A TASTE OF MOSKAU UND TICKETKAUF FÜR DIE TRANSMONGOLISCHE EISENBAHN

Titelbild_Moskau-Eintrag

1. Mai 2018, Russland. Der Start unserer Weltreise. Um genau zu sein: Moskau. Wir verlieben uns in die Zwiebeltürme der weltweit bekannten, bunten Basilius-Kathedrale, probieren unsere ersten russischen Pelmenis und wollen Tickets für die erste Strecke der Transmongolischen Eisenbahn direkt am Bahnhof kaufen. Das Abenteuer beginnt!

Braunschweig-Düsseldorf-Moskau. Eine warme, wohlige Wärme empfängt uns am Flughafen in Russland. Nicht das, was wir im Mai erwartet haben. Keine schneidende Kälte, kein dunkler Himmel. Die bereitgehaltenen Mützen sowie Fleece- und Softshell-Jacken werden glücklich wieder im Backpack verstaut und die kurzen Hosen, T-Shirts und Sonnenbrillen heraus gekramt.

Die Tagesrucksäcke werden sortiert und bepackt: Kamera, Sonnencreme, Wasserflasche, Straßenkarte, Rubel, Kreditkarte, Göffel und Messer sowie ein dünnes Jäckchen für die Abendstunden. Und das Equipment wird auf den aktuellen Stand gebracht: Offline-Stadtkarte von Moskau bei mapsme herunterladen und die letzten Markierungen im Reiseführer, ebenfalls auf dem Handy, setzen.

Was am ersten Tag noch etwas unorganisiert ist, wird mit der Zeit Routine sein. Zur Reise-Routine werden. Was für eine schöne Aussicht.

 


Farbenprächtige Zwiebeltürme


Die Basilius-Kathedrale. Wir sind verliebt und nennen ihn heimlich „den Basilikum“. Dabei ist der Basilikum gar nicht so groß, wenn man davor steht. Auf dem roten Platz geht er beinah unter zwischen dem abends strahlend hell beleuchteten, extravaganten Einkaufszentrum GUM und dem roten Kreml. Damit befindet sich das Mausoleum von Lenin, dessen mumifizierter Leichnam im Kreml besichtigt werden kann, direkt gegenüber von Gucci und Prada. Ob das so in seinem Sinne war?

IMG_1363

Je näher wir der Basilius-Kathedrale kommen, desto mehr schließen wir sie … äh … ihn, den Basilikum, in unser Herz. Zwiebeltürme in grün-gelb kariert, rot-weiß gestreift und grün mit roten Stacheln, die an den Panzer von Bowser von Super Mario erinnern, bilden eigentlich gar nicht eine Kathedrale. Stattdessen besteht das Gebäude aus neun einzelnen, kleinen Kirchen in Form von neun kleinen Zwiebeltürmen. Wer hätte das gedacht?

Der offizielle Name der Kathedrale lautet Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kathedrale am Graben. Den Namen kennen jedoch die wenigsten. Stattdessen gibt einer der Zwiebeltürme – der Bowser-Turm – der als Kapelle zu Ehren des Basillus des Seligen erbaut wurde, dem Gebäude den allgemein bekannten Namen.

Doch egal ob Basilius-Kathedrale oder Mariä-Schutz-und-Fürbitten-Kathedrale am Graben. Er ist und bleibt unser Basilikum.

IMG_1555

 


Rote Mauern, goldene Palastkuppeln und Putins Büro


Selbstverständlich besuchten wir auch das nächste absolute must-see Moskaus: Den Kreml. Aus diesen roten Wänden heraus breitete sich die Stadt immer weiter aus, bis sie zur heutigen Hauptstadt Russlands mit rund 12,4 Millionen Einwohnern wurde.

Hinter den Mauern befinden sich die Büroräume Putins sowie Kathedralen, Paläste und weitere Verwaltungsgebäude. Ich weiß nicht, was wir erwartet hatten, aber irgendwie nicht diese Kombination.

Putin haben wir leider nicht getroffen – komisch eigentlich – dafür besuchten schätzungsweise 150 Soldaten den Kreml mit uns und traten in Reih und Glied hinter uns durch das Tor. Mehr als Sightseeing haben die aber auch nicht gemacht, auch wenn wir erst Großes erwarteten. Kommt Putin doch noch zu unserer persönlichen Begrüßung und will uns zu dieser großartigen Reise gratulieren?

Armee

 


Unsere Mägen. Unsere Mission.


Für uns gehören nicht nur historisch wichtige Gebäude, fremde Landschaften und traditionelle Tänze dazu, wenn man Land und Leute kennenlernen möchte. Gut, so richtig ist das sowieso auf den mehr-oder-weniger-stark-ausgetretenen-Touristen-Pfaden nicht möglich. Machen wir uns doch nichts vor. Wir sind nur Gäste auf Durchreise. Oftmals scheitert es bereits an der Sprachbarriere. Doch es gibt eine Sache, die uns fremden Kulturen (etwas) näher bringt, ganz ohne Worte, und es gibt da jemanden, der ganz genau mitfühlt und zuhört: Unsere Mägen!

Heißt: Wir wollen landestypische Gerichte probieren. Also machen wir uns immer wieder auf die Suche nach traditionellen Speisen und Restaurants, Straßenständen und Cafés, um uns durch die Küchen dieser Welt zu probieren.

Wir werden in diesem Blog noch viele Worte über Essen und verrückte Gerichte verlieren. Bereits neugierig geworden und Hunger bekommen? Wir zeigen unsere russischen Teller: #FOODBEATS.

 


Mission 1: Pelmenis 



Pelmenis sind russische, gefüllte Teigtaschen. Den polnischen Pierogi, falls jemand die bereits kennt, nicht unähnlich. Sie haben die Form einer kleinen, geschlossen Muschel und können herzhaft oder süß gegessen werden. Das heißt, man hat die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Füllungen: Fleisch, Zwiebeln, Kartoffel, süßem Quark, Pflaumen, Kirschen, Apfel-Zimt oder manchmal auch Pilzen oder Kohl. Es gibt bestimmt noch weitere verrückte Kombinationen.

Wir MÜSSEN unbedingt unsere ersten Pelmenis in Moskau probieren, um so ganz offiziell in Russland anzukommen. Mit knurrenden Mägen stöbern wir im Reiseführer und finden eine vielversprechende Adresse in „ul Arbat“. In dieser Straße, der vermeintlich bekanntesten in Moskau, sollte es köstliche Pelmenis geben.

Mit noch knurrenderen Mägen erreichen wir die Gegend, schlendern vorbei an Straßenmusikern auf Bänken, Beatboxern auf dem Dach, den für solche Ecken typischen Portrait-Malern, Matruschka- und Fellmützen-Verkäufern und finden schließlich das gesuchte Restaurant „Вареничная №1“.

Unsere Erwartungen an die Pelemis: Hoch. Da HUNGER. Diese Erwartungen wurden übertroffen! Besonders die von Anke ausgewählten sibirischen Pelmenis mit Pilzsoße lassen uns die Augen beim ersten Happs schließen und in wohliger Freude genießen. Wir können nicht genug bekommen.

Nach Rote-Beete-Salaten als Vorspeise – ebenfalls typisch in Russland – gefolgt von dem sibirischen Schmaus, brauchten wir also noch süße Pelmenis Und auch hier: Begeisterung. Wir freuen uns einen Keks über unsere Auswahl und versuchen zu erraten, welche Sorte wir im gemischten süßen Topf als nächstes erwischen.

Mission 1: Completed. Das Restaurant kriegt unsere Empfehlung (s.u.).

20180502_193208 2

 


Am Ticketschalter der Transmongolische Eisenbahn


Eine weitere wichtige Mission liegt in Moskau noch vor uns: Zugtickets für die Transmongolische Eisenbahn kaufen!

Im Vorfeld ergab die Internet-Recherche für den Kauf vor Ort keine eindeutige Antwort. Der Tenor war jedoch in etwa so, dass es schon klappen sollte. Jedoch sollte man gut vorbereitet anrücken. Also mit einem Zettel mit der gewünschten Abfahrtszeit und dem Ziel in kyrillischer Schrift an. Es kann nämlich gut passieren, dass am Schalter keiner Englisch spricht.

Ohne Zettel und ohne Ahnung wann die Züge fahren, geht es für uns an den Moskauer Bahnhof „Москва-Каланчёвская (Moskva-Kalanchevskaya)“. Wir haben jedoch eine russische SIM-Karte mit Internet und damit unseren besten Freund Google dabei. Übrigens kosten hier 30 GB Datenvolumen lediglich 7 Euro.

Mittlerweile hatten wir von dem Guide unserer Free Walking Tour Moskau erfahren, dass die Tickets an jedem Zugbahnhof an einem Automaten gekauft werden können. Und den könne man sogar auf englisch umstellen. Sollte also klappen.

Wir folgen den Schildern „Tickets long-distance-trains“ am Bahnhof und erreichen schließlich, nachdem bei mehreren „Inspection Zones“ unsere Rücksäcke einen Scanner und wir einen Detektor durchliefen, unser Ziel. DER Raum mit den Schaltern.

Die Wartebänke sind gut besetzt und auf jeder Seite des Raums finden sich mehrere schicke Glaskästen, an denen Karten gekauft werden können. Doch unser Augenmerk liegt woanders: Auf den Automaten am anderen Ende des Raumes. Dieses Mal die richtigen. Wir hatten zuvor in einem anderen Raum erfolglos auf den falschen schlecht funktionierenden Touch-Bildschirmen herumgedrückt.

Automat

 


We only understand train station


Wir klicken nun auf diesen richtigen, gut funktionierend Bildschirm und navigieren uns zur englischen Version. „Buy tickets“. Das nehmen wir. „Please insert card“. Wie insert card? Welche Karte sollen wir in den Automaten stecken? Lieber den Automaten daneben probieren. Auch kein anderes Bild.

Die wollen doch nicht etwa schon unsere Kreditkarte haben? Bevor wir da einfach unser Heiligstes riskieren, fragen wir lieber irgendjemanden. Bloß wen? Wie war das noch einmal mit „an den Bahnhöfen spricht kaum einer englisch?“ Doch wir haben Glück! Eine freundliche, wenn auch kaum lächelnde Frau in Rot kann uns verstehen.

Ein paar Klicks später. Zack. Wir haben unsere ersten Tickets von Moskau zu unserem Abstecher vor der eigentlichen große Route gen Osten: Sankt Petersburg. Nun fehlt nur noch die Rückfahrt nach Moskau und von dort zu unserem ersten offiziellen Stop mit der Transmongolischen Eisenbahn: Kazan.

Was bei der Dame in Rot so einfach und schnell ging, bringt uns wieder zum Verzweifeln. Zum Glück ist sie nach einigem Suchen wieder auffindbar. Dieses Mal passen wir besser auf und eine Stunde nach unserer Ankunft am Moskauer Bahnhof, halten wir unsere ganzen Tickets in der Hand!

 


Dieser Preis!


Leichte Anfangsschwierigkeiten, aber dann mit Bravour bestanden, würden wir behaupten. Am überraschendsten der Preis für die Strecke Moskau-Kazan am 7. Mai:

3. Klasse, 13:45 Stunden Fahrt: 1.703,80 Rubel pp, 22,84 €.
 Bei der dritten Klasse handelt es sich um einen „Großraumschlaf-Abteil“ mit bis zu 40 Personen. Letztendlich ein Wagon voll mit Etagenbetten. Wir sind gespannt!

 

Eine ausführliche Anleitung zum Ticketkauf vor Ort sowie Tipps und Tricks für die Fahrt mit der Transmongolischen Eisenbahn folgen.

 


NEXT STOP: EIN ABSTECHER NACH SANKT PETERSBURG


 


Unsere Empfehlung (Restaurant)
Restaurant „Вареничная №1“ für sibirische Pelmeni in Pilzsoße
Вареничная №1, Varenichnaya №1, Arbat St. 29, Moskau
http://www.varenichnaya.ru

2 Gedanken zu „A TASTE OF MOSKAU UND TICKETKAUF FÜR DIE TRANSMONGOLISCHE EISENBAHN

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s