Und? Wie war eure Fahrt mit der Transmongolischen Eisenbahn? – Hier unsere Antwort

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Über 4 Tage reine Fahrzeit, unzählige Instant-Nudeln und durch drei Länder. Ob es so war, wie wir uns das vorgestellt haben?

Wir haben China erreicht und damit endet unsere Fahrt mit der Transmongolischen Eisenbahn. Sie hat uns von Moskau durch Russland über die Mongolei nach Peking gebracht. Über 7.800 Kilometer haben wir zurückgelegt, insgesamt 4 Tage, 21 Stunden und 15 Minuten lang hat uns die Bahn durch drei Länder gebracht (die abenteuerliche Grenzüberquerung Russland-Mongolei nicht mit eingerechnet, schließlich waren wir mit Schleusern unterwegs) und gerade ärgern wir uns, dass wir die Instant-Nudel-Tüten nicht gezählt haben, die wir während dieser Zeit vernichtet haben. Es könnten so um die 30gewesen sein?

Wie wir nach China gekommen sind, erfährst du hier 🎥 VLOG. 


„War es so, wie ihr es euch vorgestellt habt?“


wurden wir bereits ein paar Mal gefragt. Wir müssen erst einmal nachdenken und uns erinnern. Welche Vorstellung hatten wir? Was ist eingetreten? Was war anders? 

Bevor wir uns darüber weiter Gedanken machen, zuerst eine ganz wichtige Nachricht an diejenigen, die die Fahrt mit der Transmongolischen oder Transsibirischen Eisenbahn (schon lange!?) auf ihrer Wunschliste haben. Vielleicht ist diese Reise sogar dein Lebenstraum? Dann lass dir gesagt sein: TU ES! Es ist einfacher und unkomplizierter, als du denkst! Auch als wir dachten!

Um euch die Planung hoffentlich zu erleichtern, haben wir 10 Tipps zum billigen und spontanen Reisen mit der Transmongolischen Eisenbahn zusammengestellt.

Zurück zu den Ausgangsfragen: War es so, wie ihr es euch vorgestellt habt?
JAIN (wer hätte das gedacht)? Doch so wollen wir die Antwort natürlich nicht stehen lassen. Konkret heißt das:

 


… sicherlich die größte
Überraschung zuerst:
ES WAR BILLIGER ALS GEDACHT!


Jedenfalls so wie wir gereist sind:

  • Wir haben immer vor Ort am Ticketautomaten gebucht. Buchungen über die Agentur oder über das Internet erhöhen die Kosten.
  • Die Tickets haben wir etwa 1-4 Tage im Voraus gekauft. Immer dann, wenn wir in der neuen Stadt ankamen.
  • Wir waren im Mai unterwegs (kurz vor der Hauptsaison, aber noch in der Nebensaison)
  • Wir haben vor allem die 2., aber auch die 3. Klasse ausprobiert
  • aber: Wir haben relativ viele Zwischenstops (6 Stück) gemacht. Je mehr Zwischenstops, desto teurer wird’s.

Wie viel wir genau bezahlt haben, verraten wir dir hier.

 


… es war einfacher als gedacht


Kurz nachdem wir in der neuen Stadt ankamen, führte uns unser Weg zu einem der roten Ticketautomaten im Bahnhof. Auf Englisch umgestellt, das nächste Ziel auf kyrillisch im Reiseführer oder Internet rausgesucht und eingegeben, das Datum und die Zeitspanne ausgewählt, einen Zug ausgesucht, die Plätze reserviert, bezahlt. Fertig. So überraschend einfach. 

Eine genaue Anleitung zur Buchung am Automaten findest du hier.

Ticket
Ticketkauf vor Ort spart einige Euro.

Wir haben mit einem Vorlauf zwischen einem und vier Tagen und mit etwas zeitlicher Flexibilität immer ein Ticket für das gewünschte Datum bekommen. 

Mit der Offline-Karte „maps.me“ konnten wir uns durch die fremden Städte navigieren.  Und Hostel-Zimmer buchen ist mittlerweile über das Internet eh kein Hexenwerk mehr.

 


… kaum Kontakt zu Einheimischen während der Fahrt


Anders als erhofft, ergaben sich keine wirklichen Unterhaltungen zwischen unseren Mitreisenden und uns. Das war jedoch schon alleine der Tatsache geschuldet, dass wir kein russisch sprechen können – außer die paar Brocken, die sich Przemek aus dem polnischen zusammen zauberte – und die Russen, die wir getroffen haben, kaum englisch. 

Russischkenntnisse sind von daher bestimmt eine richtige Bereicherung! Doch auch ohne sind wir gut zurecht gekommen.

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Dafür haben wir Sergej, einen waschechten Siberier, in Novosibirsk besucht und in seinem Schrebergarten Schaschlik gegrillt.

 


… Wodka im Zug ist nicht


In den Zügen der Transmongolischen Eisenbahn ist striktes Alkoholverbot. Wir hatten im Vorfeld jedoch gehört, dass heimlich Wodka getrunken wird und teilweise „Partyabteile“ zustande kommen. Daher wird geraten – sofern man alleine reist – eines der oberen Betten zu wählen, damit man sich dann zurückziehen kann. Davon können wir rein gar nichts berichten. 

Nur einmal konnten wir beobachten, wie Wodka heimlich in Plastikbecher gefüllt wurde und die Flasche sofort wieder im Rucksack verschwand, als der Schaffner durch die Gänge lief.

Überhaupt haben wir all unsere Mitreisenden als sehr rücksichtsvoll erlebt. In unseren Zügen herrschte eine ruhige Atmosphäre. Nur einmal brachte ein Typ unseren Schaffner zum Verzweifeln, weil er völlig betrunken – so stieg er bereits ein – immer wieder heimlich eine Zigarette im Flur rauchte. Das war übrigens auch die gleiche Fahrt wie die mit den Wodka-Schmugglern. 

 


… die Landschaft vor unserem Fenster


Der Blick auf den Baikalsee gilt als großes Highlight während der Fahrt mit der Transmongolischen Eisenbahn. Seine Größe ist wirklich unbegreifbar. Bevor wir den Baikalsee entlang fuhren, plätscherte die Landschaft gemütlich vor sich hin. Plattenbauten, Sümpfe und weiße Birkenwälder zogen an unseren Fenstern vorbei.

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Fast zwei Stunden lang fahren wir dicht am Baikalsees vorbei.

In der Mongolei sahen wir unsere ersten Jurten und die staubige Gobi Region – keinen Sand, wie wir eigentlich erwartet hatten. Und dann kam China! Diese grünen Berge und Flüsse. Das hatten wir nicht erwartet. Definitiv eine Überraschung. 

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Unser erster Eindruck der chinesischen Landschaft. Wir kommen vom Fenster gar nicht mehr weg.

 


… wir haben die Reisedauer unterschätzt


Wir hatten den Luxus die vollen 30 Tage, die das russische Visum hergibt, ausnutzen zu können. Trotzdem blickten wir immer wieder überrascht auf den Kalender, wenn wir bemerkten, wie die Zeit verflog. 28 Stunden Fahrt, 13 Stunden Fahrt, 17 Stunden Fahrt.

aus dem Fenster gucken
Einfach die Aussicht genießen und viele tausend Kilometer durch das Land tragen lassen.

Da kommt schnell einiges zusammen und irgendwann saß auch uns die Zeit im Nacken. Am 29. Tag reisten wir aus. Dabei hätten wir noch viel mehr Zwischenstopps machen können, denn ….

 


…. die schönsten Orte liegen nicht direkt neben den Schienen


Unsere Highlights, der Stolby-Nationalpark bei Krasnojarsk, die Olchon-Insel im Baikalsee und die Gobi-Wüste waren nur über einen kleinen oder größeren Umweg zu erreichen. Doch genau diese Ausflüge und Abstecher waren das, was uns am meisten überrascht und begeistert haben.

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Vor unserem ersten Ger-Camp während unseres Gobi-Trips. Hinter dem Zaun rufen Kamelbabies nach ihren Mamas.

 


… Irkutsk liegt nicht direkt am Baikalsee


70 km liegt der See von dem Stop mit der Transmongolischen Eisenbahn entfernt. Das hatten wir nicht auf dem Schirm. Zum Glück konnten wir unser Hostel noch stornieren und so einen Abstecher auf die Olchon-Insel machen.

PEAK
Leicht stürmisch! Wir sind am nördlichsten Punkt der Insel angekommen. Hinter uns der große Baikalsee … äh -meer

 


… das Gefühl von Abenteuer und die große Aufregung kamen für uns erst ab der Mongolei


Wenn wir erzählten, dass wir unsere Weltreise mit der Transmongolischen Eisenbahn beginnen werden, erhielten wir oft die Reaktion „Wow!“, „wie aufregend“ oder „das wollte ich auch schon immer machen“. Wir freuten uns total drauf. Schon alleine, weil es der Beginn unserer WELTREISE sein sollte. Es war super schön und der perfekte Start. 

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Unsere erste Nacht in der Transmongolischen Eisenbahn.

Das epische Gefühl, das wir von der Fahrt mit der Transmongolischen Eisenbahn erwartet hatten, stellte sich nur nicht so richtig ein, während wir in Russland unterwegs waren. Wahrscheinlich weil das Land unserem noch so ähnlich ist und auch, weil das Vorankommen wie erwähnt so einfach war.

Versteht uns nicht falsch! Es war unglaublich schön ewig aus dem Fenster zu blicken, wir waren gespannt auf die neuen Städte und setzten bei jedem Stop eine Markierung auf der Karte und betrachteten wie wir immer weiter gen Osten kamen.

Das Gefühl von Abenteuer und das Gefühl „jetzt geht es richtig los“ erwartete uns einfach „erst“ beim Grenzübergang in die Mongolei. Wir haben uns so in dieses Land verliebt. 

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Auf der mongolischen Farm: Przemek hilft dabei die frische Yak-Milch zu verarbeiten.

Wir können jedem nur empfehlen – wer sich die Zeit nehmen kann – auf seiner Route dieses Land zu besuchen.

 


UNSERE ANTWORT IN KURZ


Die Fahrt mit der Transmongolischen Eisenbahn war für uns genau das, was wir uns gewünscht haben: Einen entspannten Start in unsere Weltreise. Und wir würden es wieder genau so machen.

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Wenn wir wieder zurück in Deutschland sind, braucht Anke unbedingt diese wunderhübschen Tassen!

 


DU HAST ETWAS VERPASST?


Hier findest du alle Geschichten unserer Reise mit der Transmongolischen Eisenbahn auf einen Blick:

DURCH RUSSLAND MIT DER TRANSMONGOLISCHEN EISENBAHN

  • Erklärung Transmongolische oder Transsibirische Eisenbahn? 📖 BLOG

  • Moskau – Kazan: Unsere erste Fahrt mit der Transmongolischen Eisenbahn. In der 3. Klasse.  🎥 VLOG | 📖 BLOG

  • Tyumen-Novosibirsk
    • Einblick in die 2. & 3. Klasse 🎥 VLOG
    • Sprachbarrieren, Schaschlik und Sa Sdarowie: Zu Besuch bei einem Sibirier 📖 BLOG

    • Krasnojarsk: Der Stolby Nationalpark, das Highlight unserer bisherigen Reise 🎥 VLOG | 📖 BLOG

  • Irkutsk und der Baikalsee
    • Irkutsk und DIE Insel im Baikalsee (Olchon Insel) 🎥 VLOG
    • Schamanenfelsen, Spurrillen und Sinnestäuschungen 📖 BLOG

  • Irkutsk – Ulan-Ude: Die schönste Strecke & Asien-Feeling in Ulan-Ude?! 🎥 VLOG


ABSTECHER IN DIE MONGOLEI

  • Abenteuer Grenzübergang Russland – Mongolei: Mit Schleusern nach Ulaanbaatar?! 🎥 VLOG | 📖 BLOG

  • Die Hauptstadt Ulaanbaatar: Wrestling, Buddhismus & unsere großen Pläne 🎥 VLOG

  • Zwischen Verkehrsstaus und Baby-Yaks 📖 BLOG
    • Unser Leben auf einer mongolischen Farm in der Khövsgöl Region 🎥 VLOG
    • Auf einmal Guesthouse-Manager & unser erster Ausritt 🎥 VLOG

  • Durch die Wüste Gobi „like a family“ 📖 BLOG
    • Gobi Tour Teil I: White Stupa, Yolin Am, Khongor Sanddüne 🎥 VLOG
    • Gobi Tour Teil 2: Flaming Cliffs & ein Land der kleinen Steine 🎥 VLOG


UNSERE LETZTE FAHRT MIT DER TRANSMONGOLISCHEN EISENBAHN

  • 31 Stunden mit dem Zug von Ulaanbaatar nach Peking 🎥 VLOG

3 Gedanken zu „Und? Wie war eure Fahrt mit der Transmongolischen Eisenbahn? – Hier unsere Antwort

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