Und? Wie war’s in Indien? – Hier unsere Antwort

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Auf die Fresse? Laut und ätzend? Oder bestätigt sich unser erster Eindruck und Indien ist doch ruhiger als gedacht? Nach 30 Tagen im Land ziehen wir ein Fazit über unsere Zeit in diesem unendlich komplexen und vielfältigen Indien. Und sagen wir’s mal so … diese Zeit hatte es vor allem auf den letzten Metern ganz schön in sich …

 


UNSER INDIEN IN „ZAHLEN“


Während unserer 30 Tage in Indien …

… haben wir 1 TAJ MAHAL mit eigenen Augen gesehen!! … WOW! Es ist nicht von dieser Welt!
… haben wir Przemeks 26. Geburtstag gefeiert!
… wurden uns je 4 Tilaka auf die Stirn gemalt
… haben wir bei 2 Feuerzeremonien mitgesungen
… lagen wir mit 1 Lebensmittelvergiftung flach
… haben wir 1 Lakshmi gesehen – der Elefant, der in Hampi Gläubige segnet
… haben wir über 4.000 km von Kochi im Süden bis Varanasi im Norden zurückgelegt (mit 1 Flugzeug, 2 Zügen und 4 Bussen)
… haben wir in diesen Nachtbussen – mit Doppelbetten – nur 0,5 Augen zugemacht. Wie die Inder über die Straßen und Speed Bumps ballern!
… sind wir in 1 Yoga Retreat in eine andere Welt eingetaucht. 7 Tage lang
… haben wir durch Asana 5 cm mehr Dehnung erreicht
… haben wir ganze 1 Mal nach dem Retreat selbst Asana gemacht. Aber immerhin mit Blick aufs Taj Mahal!
… mussten wir extrem vielen unangenehmen Blicken standhalten
… haben wir mit 1 Moped die unzähligen Ruinen Hampis erkundet
… haben wir sooooo viele Curries und Parottas gegessen

Wir müssen zugeben, Respekt hatten wir schon vor Indien, bevor wir einreisten. Vor allem nach unserer paradiesischen und unglaublich entspannten letzten Unterkunft in Sri Lanka fiel es uns sehr, SEHR schwer, unsere Rucksäcke zu packen und in den Flieger zu steigen (🎥 WELTREISE VLOG #63). Wir erwarteten Lärm, Smog, aufdringliche Menschen und Überforderung. Schließlich ist es das, was in den Medien gezeigt wird, wenn über Indien berichtet wird.

Ob wir genau das erlebt haben? Das verraten wir dir zusammen mit der Antwort auf die Frage:

UND? WIE WAR’S IN INDIEN?

Doch eine Sache müssen wir vorab mal klarstellen:

 


INDIEN IST NICHT GLEICH INDIEN


Uns war bewusst, dass das Land groß ist (Deutschland x 9). Und auch, dass dort so unglaublich viele Menschen leben (Deutschland x 16). Doch uns war nicht bewusst, wie groß die Unterschiede innerhalb Indiens sind. Wir haben nur einen winzig kleinen Teil dieses Landes voller Vielfalt erkundet und bereits zwischen unserem Startpunkt Kochi im Süden und unserem letzten Stop Varanasi im Norden sind die Unterschiede unvorstellbar krass.

 


DER SÜDEN INDIENS:
ÜBERRASCHEND ENTSPANNT


Als wir in Kochi landeten, waren wir einfach nur überrascht. Ist das tatsächlich Indien? Es war uns, als hätten wir Sri Lanka gar nicht verlassen. 📖 BLOG: Sind wir wirklich in Indien?

Quiz: Rate welches Bild in welchem Land aufgenommen wurde (Sri Lanka oder Indien?). Die Lösung gibt’s in der Bildunterschrift.

Möglicherweise haben wir diese Region aber auch nur als „entspannt“ empfunden, weil unser Plan „uns in Sri Lanka zu akklimatisieren“ tatsächlich aufgegangen ist. Uns war das Aussehen der Menschen vertraut, die Gerüche, die Schrift, das Hupen der Tuk Tuks. Doch egal woran es lag, wir waren froh darüber, dass wir uns selbst in Indien wohler fühlten, als erwartet. Wir wollten nicht gleich wieder umdrehen und zurück ins Hotelzimmer. Ihr seht, die Messlatte „Wohlfühlfaktor“ sinkt – und das ist auch gut so!

Für uns war Südindien so bunt und aufregend, wie erzählt wird. Es gibt einfach so viel zu entdecken!


ALLE BLOGS & VLOGS AUS DEM „RUHIGEN“ TEIL INDIENS
📖 BLOG: Sind wir wirklich in Indien?
📖 BLOG: Eine Woche Yoga Retreat und wir wissen nicht, was wir glauben sollen

🎥 WELTREISE VLOG #64: Der erste Tag in Kochi, Indien. Unser erster Eindruck. Desaster oder Erfolg? | 🎥 WELTREISE VLOG #65: Dämonen, Gedärme und Mythologie: Kathakali Tanz + Make-up |🎥 WELTREISE VLOG #66: Wir haben das Paradies in Indien gefunden. Vaikom Backwater | 🎥 WELTREISE VLOG #67: Shopping-Rausch in der größten Shopping Mall Indiens | 🎥 WELTREISE VLOG #68: Geburtstags-Revanche. Wie indisch kann Przemeks Geburtstag werden? | 🎥 WELTREISE VLOG #69: Es ist wie bei Aladdin … Mysuru Palace und Devaraja Market | 🎥 WELTREISE VLOG #70: Es läuft nicht alles nach Plan! Unsere erste Nachtfahrt in Indien | 🎥 WELTREISE VLOG #71: Unglaublich! Diese vijayanagarische Stadt. Sie haut uns um! | 🎥 WELTREISE VLOG #72: Yoga ist gar nicht das, was wir dachten ?! Eine Woche Yoga Retreat in Goa

… wir sind selbst erstaunt, wie viele es geworden sind! …

 


DER NORDEN INDIENS: AUF DIE FRESSE


Doch als wir drei Wochen später den Norden erreichten, gab’s auch für uns volle Breitseite. Vom Yoga Retreat in Goa ab nach Delhi. BÄM! Die Hauptstadt war definitiv eine andere Welt.

Da half nur „Stumpf ist Trumpf“. Doch das ging auch nur bis zu einem bestimmten Maße. Denn die Blicke der Inder folgten uns, wohin wir auch gingen. Klar, wir sahen anders aus und überragten viele um einen ganzen Kopf. Auch unsere Kamera in Przemeks Hand machte uns nicht weniger auffällig. Wir hatten uns seit Sri Lanka angewöhnt, dass er für Straßenaufnahmen die Kamera die ganze Zeit in der Hand hält. Unsere Hoffnung: Seinen stärkeren Händen lässt sie sich schlechter entreißen.

Vor allem Anke fühlte sich einfach nur unwohl und sie fragte sich, warum sie sich so extrem beobachtet fühlt. Irgendwann fiel ihr auf, dass kaum Frauen auf den Straßen waren und wir meistens von Männern umgeben waren, wovon sehr viele ihren Blick lange nicht abwendeten. Als wir mal nachzählten merkten wir erst einmal, wie krass der Unterschied war. Auf wenigen Meter kreuzten 80 Männer und lediglich 12 Frauen unseren Weg.

Der Verkehr tat sein übriges. Staus, sodass wir selbst zu Fuß kaum durchkamen, verstopften die Straßen und der Smog lag schwer in der Luft.

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Delhi. Die Luft stickig und grau. Das Rot des Red Fort mussten wir mit einem Bearbeitungsprogramm wieder rausholen.

Das war also die Hauptstadt Indiens. Das Wirrwarr, die Armut, die Menschenmengen, die wir aus dem Fernsehen kannten. Wir sahen einen Mann mit erschreckend verdrehten Beinen über den dreckigen Boden zwischen Abfall und Kuhfladen kriechen. Er schob einen Eimer vor sich her, in den viele Menschen bereits Geld geworfen hatten und weitere holten in dem Moment ihren Geldbeutel raus. Das Metall des Eimers kratzte über dem Boden, dann zog er sich – auf dem Bauch liegend – hinterher. Der Anblick war schwer zu ertragen.

Eine Mutter bettelte darum, dass wir ihr Reis und Linsen kaufen. Sobald wir mit ihr vor einem Laden standen, wollte sie mehr und mehr. Doch wer kann es ihr verübeln? Die Not muss groß sein, wenn jemand kein Geld will, sondern Essen.

Wir wurden vor menschlichen Abgründen gewarnt, waren mental auf das Schlimmste gewappnet und wurden doch extrem positiv überrascht (🎥 WELTREISE VLOG #73: Abzocke, Smog und Chaos in Delhi? Ein Sikh überrascht uns)

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Ein Sikh (links) führt uns hinter die Kulissen unseres ersten Sikh Tempels.

In unseren zwei Tagen in Delhi prasselten so viele Eindrücke auf uns ein, dass wir aus unserer Zeit dort zwei Vlogs machten. Ein Fazit zur Stadt darf außerdem nicht fehlen: 🎥 WELTREISE VLOG #74: Unser Fazit & MUST SEE in der Hauptstadt: Red Fort.

 


HÖHEN UND TIEFEN


Delhi war jedoch nur der Anfang und wir sollten noch länger mit den Folgen unseres zwei tägigen Aufenthaltes dort zu kämpfen haben. Doch zuerst die absolute Höhe: ein großes Highlight unserer Zeit in Indien: DAS TAJ MAHAL 

Wie kann ein Gebäude nur so wunderschön sein? So… nicht von dieser Welt. Der weiße Marmor leuchtet und hebt sich surreal vom Himmel ab.

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Ohne Worte ❤

Wir kamen überhaupt nicht drauf klar und konnten gar nicht begreifen, dass wir tatsächlich gerade vor dem Taji stehen. Wir sind einfach sprachlos – und wir haben uns dabei natürlich gefilmt. Schaut euch unsere Gesichter an. Der Vlog dazu ist übrigens einer unserer Lieblingsvlogs geworden. Deshalb gibt’s den direkt hier:


Die Tiefe.
 Dann lagen wir abends flach. Mit einer Lebensmittelvergiftung, die wir uns wohl in Delhi geholt haben mussten. Das größte Problem: Eigentlich wollten wir am nächsten Tag mit dem Zug von Agra nach Varanasi, was der krönende Abschluss unserer Zeit in Indien werden sollte, denn Varanasi gilt als die heiligste Stadt des Hinduismus. Viele Touristen sagen, dass diese Stadt all das verkörpert, wofür Indien steht. Doch nicht nur das; von Varanasi aus mussten wir zwei Tage später in den Flieger steigen, um das Land zu verlassen.

Zum Glück schlugen die Medikamente, die wir uns beim Doktor geholt hatten, schnell an und wir konnten die Fahrt einen Tag später mit dem Nachtbus antreten (statt mit dem Zug am Abend davor. Diesen mussten wir verfallen lassen). Die Speed Bumps waren noch nie so hoch. Die Kurven noch nie so steil. Das Bett noch nie so staubig. Der Bus hat noch nie so geschaukelt. Wir waren durch. Es reichte uns.

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Mit Medikamenten vom Doktor sind wir wieder einigermaßen fit und konnten verspätet doch die Fahrt von Agra nach Varanasi antreten.

Aber hilft ja nichts. Früh morgens ankommen, Tuk Tuk Fahrer abwimmeln, verhandeln, einchecken und uns aus dem Hotel quälen. Wir hatten nur diesen Tag in der Stadt. Am nächsten Tag ging unser Flieger.

Noch nie waren die Tuks Tuks so laut, die Straßen so dreckig und die Verkäufer noch nie so penetrant. Der Lärm strapazierte unsere Nerven. Jeder Ton ging direkt ins Hirn. Doch wir hielten durch! Zumindest für den einen, letzten Tag. Und der hatte es in sich … die ganze Geschichte gibt’s hier: 🎥 WELTREISE VLOG #76: Lebensmittelvergiftung und Varanasi in 24 Stunden. Und das reicht uns …

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Varanasi, du schaffst uns!

Danach reichte es uns. Es war genug. Genug Gehupe. Genug Aufmerksamkeit auf uns. Genug indisches Essen. Einfach genug. Wir waren so unendlich froh, als wir uns auf den Weg zum Flughafen machten und es um uns herum so langsam leiser wurde.

 


UND?


Ja, Indien ist anstrengend. Ja, wir haben uns so weit aus unserer Comfort Zone rausbewegt, wie nie zuvor. Ja, es hat uns gereicht. Ja, vielleicht hatten wir auch einen Kulturschock auf den letzten Metern. Oder waren wir doch nur einfach völlig durch von unserer Vergiftung? Wir wissen es nicht.

Doch dieser letzte Abschnitt spiegelt nicht den Gesamteindruck wider, denn dieses Extrem – das was wir eigentlich die ganze Zeit erwartet haben – haute uns nur im Norden um. Und das ist auch …

 


UNSERE ANTWORT IN KURZ


INDIEN IST NICHT GLEICH INDIEN!
ES HAT UNS ÜBERRASCHT, ES HAT UNS GESTRESST.
ES WAR GUT, DASS WIR DA WAREN! ES IST GUT, DASS WIR GEHEN.

Und noch ein letzter Tipp an diejenigen, die überlegen nach Indien zu reisen: Startet nicht direkt in Delhi!! Tut euch das nicht an! Beginnt eure Reise lieber im viel angenehmeren Süden Indiens.

Noch ruhiger geht es für uns weiter. Wir reisen in ein Land, das nicht anders sein könnte als das, was wir im letzten Monat erlebt haben. Na? Habt ihr’s erraten?

(Okay, Instagram hat es euch bestimmt schon verraten :D).

Ein Gedanke zu „Und? Wie war’s in Indien? – Hier unsere Antwort

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