Japan: Erste Ernüchterung – Low-Budget ist doch nicht so leicht

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Japan hat uns einfach verzuckert und es ist fix: wir bleiben länger als gedacht. Unsere Freude ist groß. 6 Wochen lang wollen wir die typische Route, aber vor allem auch die unbekannten Ecken des Landes der aufgehenden Sonne bereisen. Doch ein paar Recherchen später kam die Ernüchterung…

Wir sitzen im Foyer unseres Hostels in Osaka. Es zieht durch die Eingangstür und wir tragen unsere Fleece-Jacken, Mützen, Schals und Anke ihre dicken Socken von Oma. Unsere Laptops liegen aufgeklappt auf unseren Knien und gerade haben wir auf „buchen“ geklickt. Unser nächster Flug ist jetzt fix und damit unser Ausreisedatum für Japan. Wir schauen uns grinsend an, denn damit haben wir besiegelt, worüber wir zuerst nur fantasiert haben: Wir bleiben 6 Wochen im Land der aufgehenden Sonne!

Krass lang, was? Aber dafür gibt es drei großartige Gründe.
Grund 1: Weil wir die Zeit haben.
Grund 2: Wir wollen Chinese New Year in Singapur feiern (das heißt Anfang Februar).
Grund 3: Wir sind von Japan begeistert! 


VÖLLIG VERZUCKERT


Oh, wir lieben es hier! Die Japaner sind so süß, so freundlich, so aufmerksam! Vor allem nach Indien tut uns das einfach nur gut (📖 BLOG: Warum Japan gerade genau das richtige für uns ist). Und in was für einer rosaroten Welt reisen wir hier eigentlich, wenn der Busfahrer zu jedem einzelnen Fahrgast hingeht und fragt, ob die Klimaanlage die richtige Temperatur hat?? Oder sich halb vor Przemek wirft und ihn auf einem Parkplatz vor einem gaaaaaanz langsam anrollenden Fahrzeug rettet?? #truestory 

Vor allem sind wir von unserer Zeit in Fujiyoshida absolut verzuckert – unserem ersten Stop nach Tokyo, wo wir so herzlich von der Besitzerin unseres Hostels (absolute Empfehlung) und ihren Kindern aufgenommen wurden (🎥WELTREISE VLOG #79: Verliebt in Mount Fuji & ein ganz besonderes Hostel! ). Wir wurden sogar zum Weihnachtsessen eingeladen! Doch wir hatten (leider) bereits andere Pläne.

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Arigato Kaori & Kazoku for your hospitality and the amazing time with you!

Dann noch dieser wunderschöne Mount Fuji!! Verliebt in einen Berg!

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Der berühmteste Ausblick Japans: Mount Fuji mit der Chureito Pagoda (Sonnenaufgang Fujiyoshida)

Ein paar Tage später feierten wir in unserer süßen Airbnb-Wohnung in Nara unser erstes gemeinsames Weihnachten und schlugen uns so richtig die Bäuche voll. Während es draußen kalt war, hatten wir es drinnen schön muckelig. Genau so, wie wir es uns für die Weihnachtszeit gewünscht haben! (🎥WELTREISE VLOG #80: Zocken und Tradition. Unser ganz besonderes Weihnachten auf Weltreise).

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Unser erstes gemeinsames Weihnachten jemals – sogar mit Kaminfeuer!

Ach ja … auf dem Weg zum Weihnachtseinkauf sind wir in einer Spielhalle versackt und Ankes Traum wurde wahr: In Japan Tanzmatte spielen! Whooooat? #onlyhappensinjapan

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Tanzmattenbattle an Weihnachten!!!!

Und als würde das nicht reichen, sind selbst die Rehe in Japan höflich! Sie verbeugen sich vor dir, um einen Keks zu kriegen! (🎥WELTREISE VLOG #81: Special Move der Rehe in Nara und fancy Frühstück im Convenience Store).

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Nein, kein Verbeugen, keine Kekse!

Herrlich, einfach herrlich! 

 


DER ZUCKER BRÖCKELT


Zurück ins Hostel in Osaka. Der Flug ist gebucht, jetzt wird konkret weitergeplant. Typisch für uns, haben wir das vorher kaum gemacht. Wir checken konkrete Busse, Unterkünfte, Sightseeingspots. 50 Euro hier. 60 Euro da. 25 Euro für ein Bett im Dorm.

Der Zucker bröckelt. Die Ernüchterung klatscht uns ins Gesicht. Backpacking in Japan ist doch nicht so „billig“, wie es die ersten Wochen den Anschein hatte. Wobei billig auch in Relation gesetzt werden muss. Billig heißt hier etwa Preise wie in Deutschland. Doch wir hatten Schlimmeres erwartet. Diese Aussage müssen wir jetzt jedoch relativieren.

Außerhalb der typischen Touristenroute Tokyo – Fuji – Kyoto/Osaka/Nara – Hiroshima, nehmen die Preise extrem zu. Sowohl für Busse als auch für Unterkünfte.

Wir hatten uns so darauf gefreut andere Ecke zu entdecken, die wir durch unseren langen Aufenthalt in Japan gemütlich per Bus erkunden könnten. Der Shinkansen – die berühmten Hochgeschwindigkeitszüge in Japan – mit dem man sehr schnell sehr weit kommt, liegt nun wirklich weit über unserem Budget und entsprechend dachten wir uns wir sind pfiffig und steigen auf den Bus um.

Doch auch das geht mehr ins Geld als zuerst angenommen. 80 Euro Bus hier. Tagesausflug 40 Euro – allein für Transport – da. Da verpufft das Budget einfach nur so. Vor allem, wenn wir unser durchschnittliches Tagesbudget auf der Weltriese von 40 Euro p.p. pro Kopf eingeplant haben. Natürlich war uns klar, dass wir das in Japan nicht einhalten können. Aber puuuuh, die Zahlen scheppern.  

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Busfahren in Japan. Ein Genuss! Doch leider auch teuer.

DAS HEISST: REISESTIL UMSTELLEN


Uns wird klar, dass wir unseren bisherigen Reisestil – und damit meinen wir vor allem mittelschnelles Reisen – umstellen müssen, denn vor allem die Transportmittel in Japan sind extrem teuer. „Notgedrungen“ werden wir also mehrere Nächte – teilweise sogar über eine Woche – in einem Hostel bleiben und ganz gemütlich die Gegend erkunden. 

Wir werden also leider nicht so viele Stops außerhalb der üblichen Route einlegen, wie wir es uns eigentlich vorgestellt hatten, aber vielleicht ist so ein langsames Reisen gar nicht so verkehrt?

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