Und? Wie war’s in Japan? – Hier unsere Antwort

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1,5 Monate reisten wir durch Japan. 49 Tage zwischen Verzückung und Lethargie, zwischen Käsetoast und Geishas und zwischen Fake Food und ganz viel echtem Sushi! Eine Zeit voller Highlights aber auch einem Reisetief. Welches Fazit wir insgesamt aus unserer Zeit in Japan ziehen, verraten wir dir jetzt!


UNSER JAPAN IN „ZAHLEN“


Während unserer 49 Tage in Japan …

… haben wir das 1. Mal gemeinsam Weihnachten gefeiert
… und das 1. Mal Silvester im Ausland – das 2. Mal folgt kurz danach im nächsten Land
… hatte Przemek 1 Reisetief
… haben wir an 45 Tagen Sushi gegessen (ja, wir haben eine Liste geführt)
… waren wir 1x shoppen. Für Japan im Winter waren wir nicht ausgestattet.
… haben wir 2 Stäbchen-Sets geschenkt bekommen und wieder verloren – zusammen mit unseren nach-Instantnudeln-stinkenden-aber-Erinnerungen-hochbeschwörenden Faltcups.
… haben wir zu oft Spaghetti mit Fertig(Tomaten)soße aus dem Supermarkt gegessen. Das war einfach das Billigste.
… waren wir konstant begeistert von japanischen Toiletten – Hi-Tech, Leute!!
… haben wir in 6 Hostels (Dorms) und 2 Airbnb-Wohnungen gepennt und sind zwischen 3 und 10 Nächten geblieben. Wir sind viel langsamer gereist als sonst.
… hat Anke 1 neues Lieblingsgemüse entdeckt: EDAMAME!
… haben wir 8 Geikos (Geishas) und Maikos in Kyoto gesehen
… sind wir mit 6 Fernbussen gefahren und 0 Shinkansen (Japans berühmte Hochgeschwindigkeitszüge)
… sind 2 selbstgemachte Fake-Salate und 6 Fake-Tempura in unseren Rucksäcken gelandet, die uns auf unserer restlichen Reise begleiten werden.

Völlig überzuckert von Land und Leuten und mit Blick auf Chinese New Year in Singapur buchten wir unseren Weiterflug so, dass wir 1,5 Monate in Japan blieben. Diese 49 Tage sind nun vorbei und wir werden dir jetzt – wie immer – die Frage beantworten:

UND? WIE WAR’S IN JAPAN?

 


JAPAN IST EINFACH JAPAN


Japan hat uns fasziniert und jeder, der schon einmal in Japan war, hat sicherlich gemerkt, dass hier irgendwie alles anders läuft. Doch was dieses „anders“ genau ist, das fällt uns schwer zu erklären. Wir können nicht so richtig den Finger drauf legen. Es ist eher eine Sammlung an Feinheiten und Eigenarten, die die Menschen, das Land und somit die Zeit in Japan ganz besonders macht.

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In Japan sind sogar die Rehe höflich. Sie verbeugen sich, um einen Keks zu kriegen #onlyhappensinjapan

ES WAREN ZWAR NICHT ZAHLREICHE, ABER DAFÜR SEHR HERZLICHE BEGEGNUNGEN MIT JAPANERN
… als uns der Besitzer unseres ersten Hostels in Tokio auf sein Geburtstagskonzert einlud, das er am Wochenende geben wollte. Wir wären so unendlich gerne gegangen, aber Przemek ging’s nach der Lebensmittelvergiftung in Indien immer noch schlecht.
… als der Hostelbesitzer das erfuhr, drückte er Przemek Medikamente dagegen regelrecht auf. Und sie halfen tatsächlich!
… als uns ein älterer Mann einfach so zwei richtig warme Mützen zu Neujahr schenkte (🎥 hier findest du die ganze Geschichte dazu)!
… als wir von der Familie, in deren Hostel wir in Fujiyoshida ein paar Nächte verbrachten, mit Herzlichkeit überschüttet, beschenkt und auf ihre Weihnachtsfeier eingeladen haben.

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Japanisch-deutsches Abendessen. Wir tischen Spaghetti mit Tomatensoße auf, die Hotelbesitzer und Mama dieser beiden Süßen macht Mochi und Edamame. So ein schöner Abend!


ES IST DER ÜBERKRASSE SERVICE, DER SELBST KLEINEN BACKPACKERN ENTGEGENGEBRACHT WIRD
… wenn in jedem Hostel Shampoo & Seife in der Dusche zur Verfügung steht.
… wenn einer der Fernbusfahrer zu jedem Fahrgast hingeht und fragt, ob die Klimaanlage die richtige Temperatur hat.
… wenn der gleiche Busfahrer sich praktisch vor Przemek schmeißt, weil dieser einen Schritt zu weit auf die Fahrspur getreten ist. Auf einem Parkplatz.
… wenn alle Gepäckstücke ordentlich in einer Reihe vor dem Fernbus aufgestellt werden, damit ein Helfer sie für die Passagiere in den Bus laden kann.
… wenn die Betten in Hotels so gebaut sind, dass jeder die maximal mögliche Privatsphäre genießt, die in einem Raum mit mehr als 16 Betten möglich ist. (→🎥 WELTREISE VLOG #86. Tokio vs Kyoto – 10.000 (rote) Tore und unsere Höhle)

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In Japan sind die Betten mit Wänden oder mindestens Gardinen voneinander abgeschirmt. In diesem Hostel in Kyoto hatten wir sogar eine Doppel-Höhle, indem die Wand zwischen unseren Betten rausgenommen wurde. Ziemlich cool, was?


ES IST DIE EXTREME HÖFLICHKEIT DER JAPANER UND IHR RESPEKT VOR REGELN
… in der Metro oder in Bussen wird nicht (laut) gesprochen, um die Mitfahrer nicht zu stören. Telefonieren wird ebenfalls nicht gerne gesehen. Wird ein Sitzplatz frei, so gibt es keinen „Kampf“ um diesen. Stattdessen ist klar, dass derjenige ihn bekommt, der dem Platz am Nächsten ist.
… wenn es eine Linie zum Anstehen gibt, dann wird sich auch entlang der Linie angestellt. Ohne Vordrängeln oder Anrempeln.
… auch in Menschenmengen wird jedem genug Platz eingeräumt, sodass wir uns nie bedrängt oder eingeengt gefühlt haben. Wie beim Tempelbesuch zum Hatsumode (→🎥 WELTREISE VLOG #83: Was ist Hatsumode? So feiern Japaner Silvester und wir „feiern“ mit)

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Menschenmassen beim 1. Schreinbesuch des Jahres (Hatsumode). Trotzdem fühlten wir uns nie eingeengt, denn Japaner lassen einander selbst in solchen Situation ausreichend Platz zum Atmen.

Wir sind während unserer Zeit in Japan bestimmt in ziemlich viele Fettnäpfen getreten, die wir noch nicht einmal gemerkt haben. Schon alleine, wenn wir uns mit unseren großen Rucksäcken in die Bahnen quetschten, oder darüber redeten, wo wir jetzt aussteigen müssen. Doch Japaner würden einem niemals sagen, wenn jemand sich falsch verhält, denn auch dazu sind sie zu höflich. Sie würden dich nicht in Verlegenheit bringen. Ausländern gegenüber sind sie aber auch nachsichtiger.

ES IST DAS SUSHI, DAS ES AN JEDER ECKE UND IN JEDEM SUPERMARKT GIBT
Das war’s. Mehr muss man dazu ja wohl nicht sagen – schließlich ist es SUSHIIII!

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ES SIND DIE VERRÜCKTEN DINGE, DIE UNSERE HERZEN – VOR ALLEM IN TOKIO -HÖHER SCHLAGEN LIESSEN
… wie die Automaten in Restaurants, um Essen zu bestellen (→🎥 WELTREISE VLOG #77: Erster Eindruck Tokio? Über Pokemon-Socken, Ramen und Shibuya Crossing)

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… wie Pokemon und Kindheitserinnerung an jeder Straßenecke 

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… wie der kawaii-Stil der Japaner. (kawaii = süß)

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… wie eine VR-Lounge, in der wir gegeneinander Mario Kart spielen und Godzilla bekämpfen konnten. Waaaas?

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… wie diese verrückten Fotoboxen (Purikura), in denen wir uns zu Manga-Figuren transformieren lassen konnten.

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… wie beheizte Klobrillen und leise künstliche Plätschergeräusche, die das eigene Plätschern übertönen. Wir sind jetzt jedes Mal enttäuscht und fühlen uns lange betrogen, wenn wir uns auf eine normale „kalte“ Klobrille setzen müssen. Eine dieser Hi-Tech-Klos hat sogar einen Auftritt in unserem Mount-Fuji-Vlog (→🎥 WELTREISE VLOG #79: Mount Fuji zum Sonnenaufgang & verrückte japanische Toiletten).


HIER findest du übrigens die gesamte Japan-Weltreise-Vlog-Playlist auf YouTube.
Und HIER alle Blogbeiträge aus Japan.


Du siehst … es sind so viele kleine Dinge, die uns in Japan verzückt haben. Vor allem in der ersten Zeit, als alles noch neu war und wir solche diese Annehmlichkeiten direkt nach Indien umso mehr zu schätzen wussten (→📖 BLOG: Warum Japan gerade genau das richtige für uns ist).

Doch unsere Zeit in Japan war nicht nur Faszination pur und nicht jeder Tag war voller spannenden Entdeckungen und Highlights. In Japan waren wir auch enttäuscht, standen uns irgendwie selbst im Weg und Przemek hatte sein Reisetief. Wie genau sich letzteres geäußert hat, haben wir im letzten Blog-Beitrag schon genauer erzählt aber in einer knackigen Zusammenfassung beschreiben wir’s so: kalt, dunkel, teuer.

 


HABEN WIR ETWAS VERPASST?


Je näher das Ende unserer Zeit in Japan rückte, desto mehr hatten wir das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Haben wir uns genug gegönnt? Hätten wir nicht so sehr auf’s Budget achten sollen, um alles aus unserer Zeit hier rauszuholen? Standen wir uns selbst im Weg und verzichteten auf zu viel? 

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Wir haben mehr Käsetoast als Ramen gegessen. Und selbst da haben wir gespart und lieber den Streukäse gekauft statt Scheiben, denn das war viel billiger. Aber auch ziemlich lecker.

Das Problem war, dass der ganze RICHTIG coole Scheiß für den dieses Land bekannt ist, nicht mit unserem selbst festgelegten Budget vereinbar war. Es ist Fakt, dass Japan zu den teureren Ländern dieser Welt gehört – genauso wie Deutschland – und während unserer Zeit in Japan wurde uns der Unterschied zwischen Urlaub und Langzeitreise mal wieder besonders bewusst.

Die meisten kennen es wahrscheinlich von sich selbst, dass der Euro im Urlaub lockerer sitzt als im Alltag. Essen gehen, eine schöne Unterkunft, Service, Bierchen und Cocktail (statt oder) und Ausflüge. Jeder Tag soll im Urlaub möglichst ein Highlight sein. 

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Eines unserer kulinarischen Highlights in Japan: Belt Sushi (Fließband-Sushi!). Im Urlaub hätten wir uns das wahrscheinlich ab und zu gegönnt. Jetzt haben wir es uns als großes Finale für Japan aufbewahrt.

Doch während einer Langzeitreise sind wir nicht im Urlaub –  es ist unser Alltag. Meistens ein ziemlich abwechslungsreicher Alltag, aber dadurch, dass wir so lange unterwegs sind, können wir es uns nicht leisten, dass das Geld so locker sitzt wie im Urlaub und wir behalten unsere Ausgaben im Blick. Während unseres Alltags in Deutschland gehen wir auch nicht jeden Tag Essen. Fahren nicht jedes Wochenende weg. Gehen nicht jeden Tag ins Kino. Du weißt, worauf wir hinaus wollen. 

 


UNSERE ANTWORT IN KURZ


Natürlich haben wir trotzdem unsere Zeit in Japan genossen und hätten die Zeit nicht missen wollen! Vielleicht war es auch gerade richtig, dass wir einen Gang runter schrauben mussten und weniger Orte besucht haben, dafür aber länger. Deshalb lautet unsere Antwort in kurz:

JAPAN WAR BEZAUBERND UND KAM GENAU ZUR RICHTIGEN ZEIT, DOCH JETZT IST ES ZEIT WEITERZUREISEN!

Vielleicht mussten wir nach 9 Monaten erstmal länger wieder Kräfte sammeln,  durchatmen, um den Endspurt unserer Weltreise so richtig genießen zu können? Für unser nächstes Reiseland brauchen wir auf jeden Fall wieder Power, denn uns erwartet ein bunter Mix der Kulturen, den wir in uns aufsaugen wollen und natürlich CHINESE NEW YEAR! 

NEXT STOP: SINGAPUR

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