Marokko: Der erster Eindruck in der vertrauten Ferne

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Es rattert. Wir sitzen im Zug vom Flughafen nach Casablanca. Ein vertrauter Geruch steigt uns in die Nase. Der Geruch nach alten Sitzen, Heizungsluft und Klo. Langsam bemerken wir am Ende unserer Weltreise Vertrautheit in der Fremde. Die Rückkehr hat begonnen.

Draußen vor dem Fenster zieht die grüne Landschaft Marokkos vorbei. So grün, dass sie uns das Gefühl gibt, wir könnten in Deutschland sein. Eine Straße, der Autobahn nicht unähnlich, führt durch Wiesen. Oh, Palmen. Okay, doch nicht Heimat.

Dann .. ein Schaffner. Er kontrolliert unsere Tickets. Trägt ähnliche Kleidung zu denen der Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Stimmt, sowas gibt es ja auch noch. Ein ungewohntes Bild und doch so schön vertraut.

 


NOCH EIN MONAT


Uns wird immer mehr bewusst, dass unsere Reise tatsächlich schon sehr bald zuende sein wird. Wir hänge müde in den Sitzen und lassen die Gedanken schweifen. Vor uns liegen noch drei Tage Casablanca, eine Woche surfen, dann neun Tage Marokko erkunden, der (letzte) Flug nach Spanien, zwei bis drei Tage Tapas essen in Granada und dann … Richtung Heimat, die wir aus dem Westen ansteuern. Etwa zehn Tage bleiben uns dann noch dafür. Das ist verglichen mit einem normalen Jahresurlaub normal. Doch für uns steckt da so viel mehr hinter.

Es fiel uns schon so schwer, unseren Rucksack in Muscat zu packen, und dieses Land, das uns so extrem gut gefallen hat, zu verlassen (BLOG). Denn dieser Monat im Oman gehört nicht nur  zu unseren Highlights .. nein .. dieser Abschied bedeutet für uns auch den Heimweg anzutreten. Es bedeutet das Ende einer ganz besonderen Zeit. Ab jetzt kommen wir Deutschland immer näher.

Ist es tatsächlich bereits schon 10 1/2 Monate her, dass wir Deutschland Richtung Osten nach Moskau verlassen haben? Wo ist die Zeit hin? Es fühlt sich gleichzeitg nah und fern an. Was wir alles erlebt haben! Das realisieren wir tatsächlich erst so richtig, wenn wir unsere Vlogs und Fotos anschauen. Sie zeigen Details, die in unseren Köpfen bereits wieder verschwimmen.

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Niemals würden wir ohne unsere Videos und Fotos noch wissen, welche Farbe das Fell unserer Pferde in der Mongolei hatten.

Mit diesen Gedanken erreichen wir den Bahnhof von Casablanca und machen uns auf die Suche nach unserem Hostel. 

 


CAFÉ NOIR IN CASABLANCA


Eine Stunde später. Wir können noch nicht einchecken, also setzen wir uns in eines der unzähligen Cafés am Straßenrand. Es sind kleine runde Tische mit jeweils zwei Stühlen an der Wand, sodass der Blick auf das Treiben auf der Straße liegt. Eine Markise schützt vor der noch nicht so starken Sonne. 

Die Cafés erinnern Anke an Frankreich. Auch die Häuser erwecken längst vergessene Bilder aus Paris, wo sie vor einigen Jahren schon einmal gewesen ist. „Café noir“, fragt uns der Kellner. „Schwarzer Kaffee“ ruft Ankes längst in ihren Gehirnwindungen verschwundene Schulfranzösisch. Für die Antwort „ja, ohne Milch“ reicht es dann doch nicht mehr. 

„Petit Taxi“ steht an einem roten Auto, das in der Nähe parkt. „Kleines Taxi!“. „Boucherie“ … Metzgerei! Das eine oder andere Wort kommt vielleicht ja doch in den nächsten drei Wochen wieder.

Wir merken jetzt schon, dass es die richtige Entscheidung war, diese Route zurück in die Heimat zu wählen. Vertraute Gerüche und grüne Wiesen lösen ein … oooh, wie in Deutschland … oder ein … „ooh, das fühlt sich vertraut an“ aus. Und das fühlt sich gerade sehr schön an.

Vielleicht hilft es uns echt, uns langsam wieder in unsere alte Welt einzufinden. Wir werden sehen. Doch erst einmal kriegen wir Besuch beim Surfen.

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