Granada: Zurück in Europa

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Da sind wir wieder. In Granada. Zurück in Europa. Das erste Mal nach fast einem Jahr auf Weltreise … und es ist komisch. Was früher normal für uns war, ist auf einmal besonders.

Als wir unsere Rückreise über Europa planten, war schnell klar, dass wir – wenn wir in Spanien landen würden –  unbedingt nach Granada wollten. Anke war bereits zwei Mal in dieser zuckersüßen Stadt gewesen und freute sich bereits so sehr darauf, Przemek die besten Tapas-Bars der Umgebung zu zeigen. Auch kommt es uns ganz gelegen, dass Anke sich bereits auskennt und so die anfängliche Orientierungslosigkeit und das mittlerweile sich mühselig anfühlende Informieren wegfällt. Ja, wir merken, es geht auf das Ende zu und wir lassen zu, dass die Gemütlichkeit um sich greift.

 


DIE NEUE ALTE FREIHEIT


Direkt am ersten Abend schlendern wir durch die Straßen auf dem Weg zu „Los Diamantes“,  Ankes – und schon sehr schnell auch Przemeks –  liebste Tapas-Bar in Granada. Kein Geheimtipp in der Stadt, sondern DER Tipp. Wir laufen Arm in Arm, halten Händchen. Geben uns ein zwischendurch ein Küsschen. Oh, wie wir es genießen! Wir fühlen uns so frei.

Nach mehr als zwei Monaten in mehr oder weniger strengen muslimischen Ländern (Vereinigte Arabische Emirate, Oman und Marokko), können wir endlich wieder öffentlich ein Pärchen sein! Es hat uns gefehlt und umso wertvoller fühlt sich diese Freiheit nun an. Etwas, was wir langfristig nicht hergeben möchten.

Als wir den Straßen näher kommen, in denen sich die Bars aneinander reihen, werden ausgelassene Gespräche zu uns getragen. Menschen stehen draußen auf der Straße und trinken Bier. Frauen tragen kurze Röcke. Huch. Ebenfalls ein ungewohnter Anblick. Wie verrückt, dass uns das so ungewohnt vorkommt. Wir laufen durch die Straßen und fallen nicht auf. Die Freiheit abends noch spät und unbefangen etwas trinken gehen zu können, lässt unsere Herzen hüpfen. Alles ist so vertraut und doch fühlt es sich besonders an. Dieses Gefühl werden wir so schnell nicht mehr vergessen und all das so schnell nicht mehr als selbstverständlich ansehen.

 


EIN BESONDERER ORT


Wir erreichen nach kurzer Suche die Tapas-Bar „Los Diamantes“ und auch hier werden die Stimmen in die Straße hinausgetragen. Als wir eintreten hat sich seit Anke letztem Besuch – es müsste 2013 gewesen sein – nichts verändert. Sogar der eine Kellner mit seiner durchdringenden Stimme ist immer noch da! Und er merkt sich immer noch unsere Bestellung, die wir am überfüllten Tresen aufgeben. Zwei Tinto de Verano (Wein des Sommers). So wie vor sieben Jahren. So wie Anke ihn auch im Studium an ihre Freunde weitergetragen hat: Trockener Rotwein mit einem Schuss Fanta Lemon und Eiswürfel. 

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Laute Bars und leckerer Wein. Hola España!

„Por dos!“, ruft der Kellner in die Küche. Für zwei Personen. Denn in Granada wird mit dem bestellten Getränk – das auch nur zwei leckere Euro kostet – ein Teller mit Tapas, in diesem Fall mit Meeresfrüchten, gereicht. Nach und nach füllt sich unser Tisch, den wir uns erkämpft haben, mit leer gefutterten Tellern und geleerten Gläsern. Kleine frittierte Sardinen, Shrimps, Tintenfischringe und angebratene Champignons. Jedes Mal ruft uns der Kellner gezielt zu oder sucht Blickkontakt, wenn die neue Portion für uns aus der Küche kommt. Einmal stockt er und erklärt uns, dass wir in der nächsten Runde unsere Tapas bekommen. Die Sardinen hatten wir schließlich schon. Wow. Es hat sich tatsächlich nichts verändert.

Vollgefuttert und glücklich fallen wir ins Bett. Willkommen zurück in Europa.

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